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Die Lebensdauer eines Reifens ist nicht unbegrenzt. Auch beim Stillstand zeigt der Reifen Alterserscheinungen und Versprödung des Gummis. Seit einigen Jahren ist auf der Seitenwand auch die so genannte Dot-Nummer einvulkanisiert. Die drei - bzw. vierstellige Zahl zeigt die Produktionswoche, sowie das Produktionsjahr an. Bei Reifen ab dem Jahr 2000 ist die Bezeichnung immer vierstellig, beispielsweise steht „2203“ für die 22. Produktionswoche (Kalenderwoche) des Jahres 2003. Eine besondere Form der Reifen-Abnutzung stellt die Sägezahnbildung dar.

Sägezahnbildung


Als Sägezahnbildung bezeichnet man im Zusammenhang mit den Reifen eines Kraftfahrzeugs, insbesondere bei PKW-Reifen, eine besondere Form des Reifenverschleißes. Bedingt durch Reifencharakteristik und Fahrstil, aber auch durch eine verstellte Achsgeometrie und defekte Schwingungsdämpfer kann es zu einer unregelmäßigen Schräg-Abnutzung von Profilblöcken kommen, die im Seiten-Profil an Sägezähne erinnert.
Das so verschlissene Profil führt nicht nur zu einer schnelleren Unbrauchbarkeit des Reifens, sondern kann auch das Abrollgeräusch des Reifens deutlich erhöhen und die Fahreigenschaften des Fahrzeugs verschlechtern. Zudem kann es einen unruhigen Lauf der Reifen verursachen. Das heißt, dass das Fahrzeug (egal ob PKW oder LKW) zwar noch fahrbar ist, aber eine unruhige Fahrweise hat, welche sich trotz ausgewuchteter Reifen durch "Flattern" im Lenkrad bemerkbar macht.
Der Sägezahnbildung kann durch regelmäßigen Tausch der Reifen (ca. alle 10-15.000km) von vorne nach hinten vorgebeugt werden. Sollte dies nicht helfen, kann man auch versuchen, die Reifen von links nach rechts zu tauschen, wodurch sich die Laufrichtung der Reifen umkehrt. Dies ist bei laufrichtungsgebundenen Reifen allerdings nicht zulässig. Auch führt es unter Umständen zu einem kurzzeitig erhöhten Reifenverschleiß, bis sich der Reifen der umgekehrten Drehrichtung angepasst hat. Wenn nicht rechtzeitig getauscht wird, kann die Haltbarkeit der Reifen durch Sägezahnbildung auf unter die Hälfte sinken: die Reifen weisen dann zwar noch viel Profil auf, sind aber mit Sägezähnen extrem unleidig zu fahren aufgrund der Geräuschentwicklung bzw. des Flatter-Effektes.
Zumindest der Reifenhersteller Dunlop kann über den Kundendienst oder Reifenhändler eingeschickte "Sägezahn-Reifen" mit Hilfe einer Präzisionsfräse von den Sägezähnen befreien. Hierbei wird der Reifen vermessen und so lange Material vom Profil abgenommen bis die Lauffläche wieder Normalzustand angenommen hat. Hierbei kann aber eventuell viel Profil abgenommen werden, was die Lebenserwartung des Reifens verringert.
Dieses sogenanne „Egalisieren“ von Reifen mit einem "Sägezahn" wird auch von einigen Meisterbetrieben des Vulkaniseur- und Reifenmechaniker-Handwerks durchgeführt.